

| Quelle | http://www.admin.ch |
| Inhalt | Bundesrat Jean-Marie Musy (1876-1952) hält an einem festlichen Anlass eine leidenschaftliche Rede. (Undatierte Aufnahme. KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str) |


| Quelle | Sammlung Rolf Ramseier |
| Art | Eigenhändiges Zitat mit Unterschrift¸ 29x42cm (Abbildung zeigt nur den Text) |
| Ort/Datum | Berne¸ le 16 janvier 1931 |
| Inhalt | Eigenhändiges Original-Zitat von Bundesrat Giuseppe Motta das im Buch "PAX MUNDI. Livre d or de la Paix" im Jahre 1932 abgebildet wurde. Der Herausgeber Armand Rastoul hat damals unzählige Persönlichkeiten weltweit angefragt und sie gebeten zum Thema "Frieden" etwas zu schreiben. Entstanden ist ein eindrückliches Werk zur Hoffnung auf den Weltfrieden u.a. mit Zitaten von Romain Rolland¸ Benito Mussolini¸ dem Papst und Albert Einstein. Text : "L’homme aura compris l’intégrale liberté et la pleine humanité quand affranchi du joug de l’intrigue et de la tyrannie du canon¸ il ne courbera plus la tète que devant le droit et les exigences de la morale. Le respect des droits¸ c’est la paix entre les hommes et l’harmonie entre les peuples. J. Musy Berne¸ le 16 janvier 1931" |
Freiburger Politiker, 49. Bundesrat
10.4.1876 Albeuve (heute Gem. Haut-Intyamon), 19.4.1952 Freiburg, kath., von Grandvillard und Albeuve, 1920 Ehrenbürger von Freiburg. Sohn des Jules, Landwirts und Hoteliers, und der Louise geb. Thédy. Enkel des Pierre M., Staatsrats. 1906 Juliette de Meyer, Tochter des Jules de Meyer. Rechtsstud. in Freiburg, München, Leipzig, Berlin und Wien, 1904 Dr. iur. in Freiburg, 1906 Anwaltspatent. 1906-11 Anwalt in Bulle. 1911-12 Direktor des Crédit gruyérien. Als konservativer Freiburger Grossrat (1911-19) und als Staatsrat (1912-19, Finanzdirektion) setzte sich M. für die Sanierung der Kantonsfinanzen und die weitere Vergabe von Krediten an die Staatsbank ein. Im Nationalrat (1914-19) trat er als glühender Föderalist, Finanzspezialist und überzeugter Antisozialist hervor.
Seine Wahl in den Bundesrat 1919 war ein Meilenstein im polit. Aufstieg der Kath.-Konservativen auf bundesstaatl. Ebene. Als Vorsteher des Eidg. Finanz- und Zolldepartements war M. 1925 und 1930 Bundespräsident. Wichtige Anliegen waren ihm die Sanierung der Bundesfinanzen und die Erhaltung der Stabilität des Frankens. Während der Krisenjahre betrieb er eine Deflationspolitik, ohne jedoch die angestrebten Verbesserungen zu erreichen. Er trat für ein liberales Staatsverständnis ein und lehnte die Wiederaufnahme von Beziehungen mit der UdSSR ab. Zwischen 1925 und 1930 verbuchte er seine grössten polit. Erfolge, darunter die Einführung des Beamtenstatus 1927, der ein Streikverbot für Bundesbeamte mit sich brachte. Nachdem das Volk die Lex Häberlin zum Schutz der öffentl. Ordnung verworfen hatte, stellte M. dem Bundesrat im März 1934 ein Ultimatum; seine Kollegen verweigerten ihm aber die Zustimmung zu seinem Programm, das u.a. die Ausschaltung von die Staatssicherheit gefährdenden Ausländern, die Senkung der Staatsausgaben sowie die Förderung berufsständ. Organisationen bzw. die Bekämpfung der sich am Konzept des Klassenkampfs orientierenden Parteien und Gewerkschaften vorgesehen hätte. M. trat daraufhin zurück.
Ende der 1920er Jahre liess sich M. vom Korporativismus und teilweise auch vom ital. Faschismus verführen. Er erachtete die parlamentar. Demokratie als ungeeignet und forderte eine Erneuerung der Institutionen sowie eine autoritäre Demokratie. Doch gelang es ihm nicht, im Sept. 1935 die Revision der Bundesverfassung durchzubringen. Nachdem M. im selben Jahr erneut in den Nationalrat gewählt worden war, beteiligte er sich an der Schaffung des Redressement National, der für Wirtschaftsliberalismus und Sozialkonservativismus lobbyierte. Durch die Volksfronten in Frankreich und Spanien beunruhigt, trat M. im Rahmen seiner 1936 entstandenen Schweiz. Aktion gegen den Kommunismus mit hochrangigen Nazis wie Heinrich Himmler in Verbindung. 1939 wurde er als Nationalrat abgewählt. Nach dem Zusammenbruch Frankreichs 1940 intensivierte M. seine Kontakte mit den Deutschen und pflegte Beziehungen zu den Mitgliedern der nazifreundl. Nationalen Bewegung der Schweiz. Er versuchte, eine Erneuerungsbewegung ins Leben zu rufen, und leitete das Wochenblatt "La Jeune Suisse". Ende 1944 trat eine jüd. Organisation an ihn heran, worauf er mit Himmler und SS-General Walter Schellenberg über die Freilassung von Deportierten verhandelte. Im Febr.1945 gelangte ein Konvoi mit 1'200 Juden in die Schweiz. Nach dem Krieg verschwand M. von der polit. Bühne.
In den Bundesrat gewählt als Vertreter des Kantons Freiburg am 11. Dezember 1919. Rücktritt am 30. April 1934. Amtsübergabe am 30. April 1934.
Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz
1920-1934 Finanz- und Zolldepartement
Bundespräsident im Jahre 1925, 1930
Vize-Präsident im Jahre 1924
Quelle Biografie:
| Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jean-Marie Musy aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Daniel Sebastiani / EM. Version : 22.06.2009. |