Johann Kaspar Wolff

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28.09.1818 - 27.04.1891

Zürcher Architekt, Grossrat, Staatsbauinspektor des Kt. Zürich, eidg. Oberst

Wolff (oder Wolf), Johann Kaspar, von Wollishofen, Architekt, eidg. Oberst und Staatsbauinspektor, in Zürich, der Bruder des Pfarrers Philipp Heinrich Wolff in Weiningen und des Konrad Arnold Wolff, des schweizerischen Generalkonsuls in Yokohama, geboren am 28. Sept. 1818 als Sohn des Pfarrers und Dekan Heinrich Wolff in Affoltern bei Höngg im zürch. Bez. Dielsdorf, gestorben am 27. April 1891 in Hottingen bei Zürich. Den ersten Unterricht erhielt er in einer Privatschule. Früh zeigte sich die Freude am Militär und die Lust zum Zeichnen, und so wurde er denn in Neuenburg drei Jahre zu Architekt Rychner in die Lehre gegeben. Hierauf bezog er die Akademie in München. 1840 kehrte er nach Zürich zurück, aber zunächst nur auf kurze Zeit; denn in Neuenburg, wo er als Baumeister seine Lehre durchgemacht hatte, fand er vorübergehend als Praktiker Arbeit. Eine zusagende Stellung eröffnete sich ihm dann in Zürich, wo er sich literarisch beschäftigte, indem er den „Baufreund“ herausgab, eine Art Anleitung für Sachverständige und Laien. In jener Zeit (1841) verheiratete er sich mit Anna Kunz von Itzikon-Grüningen. Hierauf ging er nach Zofingen, um sieben Jahre als Bauverwalter zu wirken. Wolffs Karriere als Architekt lief derjenigen des Soldaten parallel. Zum Pontonier-Unterleutnant und Pontonierinstruktor befördert, beteiligte er sich 1845 als Abteilungschef am zweiten Freischarenzuge. Nach der Rückkehr wurde er zum Staatsbauinspektor seines Heimatkantons ernannt, eine Stelle die er zwanzig Jahre innehatte. Während zwei Amtsdauern war er auch Mitglied des Grossen Rats. 1852 wurde er zum Pontonierhauptmann in den Eidgenössischen Generalstab berufen und im Herbst mit der Leitung der Festungsbauten von Bellinzona betraut; 1855 bereits rückte er zum Geniemajor vor, 1856, infolge der wegen des Konflikts mit Preussen nötig gewordenen Grenzbesetzung, zum Divisionsingenieur, 1858 wird Wolff Oberstleutnant, 1859 als Divisionsingenieur Kommandant der 8. Division im Kanton Tessin. 1862 traf in der Ruf in die Eidgenössische Geniekommission, im gleichen Jahre die Ernennung zum Obersten in Geniestab, 1865 die Ernennung zum Eidgenössischen Inspektor der Genietruppen. Als Genie-Oberkommandant machte er die Grenzbesetzung im deutsch-französischen Kriege mit, um hernach am 21. Februar 1875, seine militärische Laufbahn abzuschliessen. Joh. Christ. Kunkler in St.Gallen nannte Wolff „einen sehr begabten Kopf“ und gedachte bei diesem Ausspruch seiner Leistungen als Architekt. Als solcher ist er zweimal in den Vordergrund getreten, am Tage nach dem Brand von Glarus, 1861, und, in den fünfziger und sechziger Jahren, beim Bau des Eidgenössischen Polytechnikums in Zürich. Als Abgesandter der Stadt Zürich bot er nach der Katastrophe den Glarnern die erwünschte Hilfe und Unterstützung an. Am 15. Mai übernahm er die Oberleitung der Arbeiten, die, unter Oberst Lochers Führung, zum Wiederaufbau der Stadt nötig waren. Der Glarner Gemeinderat erteilte ihm und Direktor Simon sodann den Auftrag, einen neuen Bauplan auszuarbeiten, der am 28. Juli vorlag und bis zum 29. Juli durchberaten war. Hierauf erfolgte die Aufarbeitung der Carrépläne und die Bebauung, an der Wolff in hervorragender Weise beteiligt war, indem er Privatbauten wie den Spielhof ausführte und auch den Bau öffentlicher Gebäude leitete. Am Bau des Polytechnikums war Wolff, neben Gottfried Semper, dessen Entwurf aus Rücksichten der Sparsamkeit leider nicht ganz im Geiste des Meisters ausgeführt wurde, von 1859- 1863 tätig. Die Übernahme der zweiten, auf das Technische gerichteten Professur an der Bauschule hatte Wolff 1855 bescheiden abgelehnt. Umso freudiger nahm er am 5. Juni 1858 den Auftrag an, mit Semper das endgültige Projekt  der Eidgenössischen technischen Hochschule zu entwerfen. Wolff wurde zum Studium ähnlicher Bauten damals nach Paris gesandt. Zur Wahl des die Stadt beherrschenden Platzes des Polytechnikums am Schinhut trug er durch sein klares Gutachten von 1857, das bei der Regierung wohl den Ausschlag gegeben hat, wesentlich bei. Er führt aus, das vor den ästhetischen und praktischen Vorzügen, welcher der Platz am Schinhut biete, jede Opposition verstummen müsse. An den Rand des Abhangs vorgerückt, würde das Hauptgebäude eine prachtvolle Lage erhalten und mehr zu Zürichs Verschönerung beitragen, als an irgend einer anderen Stelle. Von weiteren Bauten, die unter Wolffs Leitung in Zürich entstanden, seien noch das alte Chemiegebäude beim Polytechnikum genannt, dessen innere Einrichtung speziell sein Werk war, und die schön gelegene kantonale Irrenanstalt Burghölzli. Wolffs Sohn, Kaspar Otto (geb. 1843, gestorben 19. Aug. 1888), war wie sein Vater Architekt und Genie-Hauptmann. Er hat in Zürich verschiedene Privathäuser gebaut.

Quelle Biografie : Schweizerisches Künstler-Lexikon, Bd. III, p.523/24, Separatabdruck

Geboren am 28.9.1818 in Affoltern bei Zürich, gestorben am 27.4.1891 in Hottingen, ref., von Wollishofen. Sohn des Heinrich, Pfarrers. Bruder des Philipp Heinrich (1822-1903). Verheiratet mit Anna Kunz. 1833-36 Ausbildung beim Architekten Hans Rychner in Neuenburg, 1836-40 an der Akademie in München. 1841-48 Bauverwalter in Zofingen, 1848-65 Staatsbauinspektor des Kt. Zürich. In Wolff‘s architektonischem Œuvre überwiegen öffentliche Zweckbauten im Stil der Neurenaissance: 1851-54 Schulhaus Wohlen (AG), 1852-54 Bezirksgefängnis Winterthur, 1864-70 kant. Heilanstalt Burghölzli Zürich, 1866-69 Gesellschaftshaus Museum Bern, 1869-73 Regierungsgebäude Zug nach modifiziertem Projekt von Arnold Bosshard. Nach dem Brand von Glarus 1861 entwarf W. mit Bernhard Simon den Plan zum Wiederaufbau. 1862 Oberst.

Quelle Biografie: www.hls-dhs-dss.ch

Der dokumentarische Nachlass des Johann Kaspar Wolff

28.06.1843 - Ernennung zum 2.ten Unterlieutnant beim Genie - Hans Conrad von Muralt

16.05.1846 - Ernennung zum 1. Unterlieutnant bei den Pontoniers - Josef Fidel Wieland

10.11.1847 - Ernennung zum Oberlieutnant der Pontoiners - Josef Fidel Wieland

08.07.1849 - Ernennung zu einem Mitglied des Schweizerischen Schützenvereins - Josef Fidel Wieland & Franz Waller

02.11.1850 - Ernennung zum Staatsbauinspektor des Kt. Zürich - Johann Ulrich Zehnder & Johann Jakob Sulzer

22.02.1851 - Ernennung zum Mitglied der Baukommission - Franz Hagenbuch

08.03.1851 - Ernennung zum Mitglied der Dekorationskommission - Franz Hagenbuch

01.08.1851 - Ernennung zum Mitglied der Gesellschaft des Landtöchter Institutes Zürich - Johann Kaspar Wolff

07.06.1852 - Ernennung zum Hauptmann im eidg. Geniestab - Jonas Furrer

17.09.1852 - Ernennung zum Mitglied der Aufsichtskommission der Industrieschule - Alfred Escher

25.08.1855 - Erteilung einer Gratifikation von Fr. 1000.- für ausserordentliche Leistungen - Franz Hagenbuch

28.01.1857 - Oberst Ziegler dankt für den Dienst am Vaterland - Paul Karl Eduard Ziegler

23.05.1857 - Ernennung zum Bauinspektor für den Hochbau - Jakob Dubs

15.11.1858 - Empfehlunsschreiben zur Besichtigung von Bauten in Berlin zur Erstellung des eidg. Polytechnikums in Zürich - Jonas Furrer

15.11.1858 - Empfehlunsschreiben zur Besichtigung von Bauten in Paris, Berlin und Wien zur Erstellung des eidg. Polytechnikums - Jonas Furrer

02.12.1858 - Ernennung zum Ehrenmitglied des Handwerks- und Gewerbevereins Zürich - Johann Kaspar Wolff

19.02.1860 - Ernennung zum Mitglied der Schulpflege der Stadt Zürich

11.09.1860 - Dank für übersandte Pläne das Stadthaus betreffend und Einladung - Johann Jakob Sulzer

28.10.1861 - Ernennung zum Waffenkommandanten des Geniecorps - Johannes Bosshardt

15.11.1861 - Dankesurkunde für Mitarbeit am Schweizerischen Landwirtschaftlichen Fest in Zürich - Elias Landolt

26.03.1862 - Ernennung zum Oberst im eidg. Geniestab - Jakob Stämpfli

26.05.1862 - Ernennung zum Zürcher Grossrat - Johannes Bosshardt

21.04.1864 - Entlassungsgesuch aus dem Amt des Staatsbauinspektors des Kt. Zürich - Johannes Bosshardt

21.04.1864 - Empfehlungsschreiben zur Besichtigung von auwärtigen Irrenanstalten - Johannes Bosshardt

22.07.1864 - Empfehlungsschreiben zur Besichtigung von Irrenanstalten in England, Frankreich und den Niederlanden - Jakob Dubs

11.02.1865 - Entlassungsurkunde als Waffenkommandant des Geniecorps - Johannes Bosshardt

30.06.1865 - Bauvertrag zur Errichtung der Irrenanstalt im Burgholz - Johann Kaspar Wolff

28.12.1866 - Dankschreiben des Bundesrates in Annerkennung ausgezeichneter Leistungen - Josef Martin Knüsel

02.04.1868 - Ernennung zum Mitglied der Künstlergesellschaft Zürich - Johann Kaspar Wolff

19.09.1872 - Empfehlungsschreiben zum Besuch militärischer Anlagen in England - Paul Cérésole

14.04.1873 - Ernennung zum Vizepräsidenten der Jury der 19. Gruppe der Weltaustellung 1873 in Wien - Karl Schenk

08.08.1874 - Abgangszeugniss des Eidgenössischen Polytechnikums Zürich für den Sohn, Hans Wolff - Johann Karl Kappeler

05.03.1875 - General Herzog berichtet über eine Intrige und dankt für den Dienst am Vaterland - Hans Herzog

04.08.1875 - Preisurkunde des Eidgenössischen Polytechnikums Zürich für den Sohn, Hans Wolff - Johann Karl Kappeler

11.09.1875 - Ernennung zum Oberst bei den Genietruppen - Johann Jakob Scherer

22.12.1875 - Kreisschreiben des Schweizerischen Militärdepartements - Emil Welti